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Die Wissenschaft des Atems: Wie Breathwork dein Nervensystem steuert und die Tür zum Unterbewusstsein öffnet

Aktualisiert: vor 4 Tagen

Von jahrtausendealtem Pranayama zur modernen Neurowissenschaft.


Der Atem - unser täglicher Begleiter
Der Atem - unser täglicher Begleiter

Atemarbeit – im modernen Sprachgebrauch oft als Breathwork bezeichnet – erlebt derzeit eine weltweite Renaissance. Was in jahrtausendealten östlichen Traditionen als Pranayama oder spirituelle Praxis gehütet wurde, wird heute von der modernen Neurowissenschaft und Sportphysiologie entschlüsselt.


Die Prämisse ist simpel, aber revolutionär: Der Atem ist die einzige Funktion des autonomen Nervensystems, die wir ganz bewusst steuern können. Damit ist er die direkteste Fernbedienung für unseren Geist und unseren Körper.


Doch Breathwork ist kein homogenes Feld. Je nachdem, wie wir Atemfrequenz, Atemtiefe und das Verhältnis von Ein- zu Ausatmung manipulieren, steuern wir unterschiedliche Schaltkreise in unserem Organismus an. Um die Praxis sicher und effektiv zu nutzen, lohnt sich ein tiefer Blick auf die Physiologie hinter den verschiedenen Stilen.



Die unbewusste Superkraft: Zwanzigtausend Chancen pro Tag


Hast du dir schon mal überlegt, wie oft du eigentlich atmest? Im Schnitt atmen wir 12 bis 20 Mal pro Minute. Das summiert sich auf rund 20.000 Atemzüge am Tag – fast 8 Millionen Mal im Jahr!


Das Erschreckende daran: Die meiste Zeit über atmen wir im modernen Alltag völlig unbewusst und oft chronisch falsch. Vielleicht kennst du das Phänomen der sogenannten

„E-Mail-Apnoe“: Die moderne Verhaltensbiologie hat herausgefunden, dass die meisten Menschen beim Öffnen des Laptops, beim Beantworten von Nachrichten oder unter digitalem Stress unbewusst den Atem anhalten oder extrem flach in die Brust atmen. Wir signalisieren unserem Gehirn damit ununterbrochen: Gefahr! Kein Wunder, dass wir uns abends oft ausgelaugt fühlen, ohne uns körperlich angestrengt zu haben.


Mach mal den kurzen Check-in (jetzt gerade beim Lesen): Leg eine Hand auf deinen Bauch und eine auf deine Brust. Wohin fließt dein Atem genau in diesem Moment?

Hebt sich nur die Brust (Stressmodus) oder wandert der Atem tief und weich in den Bauch (Entspannungsmodus)?



Atmung
Wie tief geht dein natürlicher Atem gerade?


Die autonome Schaltzentrale: Sympathikus vs. Parasympathikus


Unser autonomes Nervensystem teilt sich primär in zwei Gegenspieler auf, die wie Gaspedal und Bremse funktionieren. Über die Art, wie wir atmen, können wir gezielt steuern, welcher dieser beiden Äste die Oberhand gewinnt. Hier unterscheidet man grundlegend zwei Kategorien von Breathwork:


Sympathisch anregendes Breathwork - „Das Gaspedal“


Diese Stile nutzen schnelles, tiefes oder sogenanntes zirkuläres Atmen (ohne Pausen zwischen Ein- und Ausatmung).


  • Die Physiologie: 

    Durch das forcierte Atmen wird vermehrt Kohlendioxid (CO²) abgeatmet (Hypokapnie), wodurch der pH-Wert des Blutes leicht ansteigt (respiratorische Alkalose). Dies signalisiert dem Gehirn eine Stresssituation, woraufhin das Nervensystem in den Sympathikus - Modus schaltet. Adrenalin und Cortisol werden ausgeschüttet.

  • Die Wirkung:

    Es wirkt extrem aktivierend, setzt blockierte Energien frei und kann zu starken emotionalen Durchbrüchen führen.

  • Bekannte Formen: 

    Holotropes Atmen, Rebirthing, die Wim-Hof-Methode oder das klassische Feueratmen (Kapalabhati) aus dem Yoga. Für ein ohnehin gestresstes, modernes Nervensystem kann diese Form dauerhaft jedoch manchmal zu intensiv sein.


Parasympathisch beruhigendes Breathwork - „Die Bremse“


Hier schlägt die Methode an, auf die ich mich in meiner Ausbildung spezialisiert habe. Der Fokus liegt auf Rhythmus, Verlangsamung und bewussten Atempausen.


  • Die Physiologie: 

    Wenn wir die Ausatmung bewusst verlängern (Exhalation länger als Inhalation), stimulieren wir den Nervus Vagus – den Hauptnerv des parasympathischen Nervensystems. Beim Ausatmen verkleinert sich der Brustraum, das Blut fließt kurzzeitig schneller zum Herzen zurück, woraufhin das Gehirn das Signal gibt, den Puls zu drosseln. Der Blutdruck sinkt, Cortisol wird abgebaut.

  • Die Wirkung: 

    Pure Entspannung, tiefe Regeneration, Stressabbau und das Herstellen der sogenannten Herzratenkohärenz (wenn Herz und Gehirn perfekt synchron schwingen). Es fühlt sich an wie eine wohlige Umarmung von innen heraus.

  • Bekannte Formen: 

    Soma Breathwork (Basisstufen), Box Breathing, 4-7-8 Atmung oder kohärentes Atmen.



Pure Entspannung, tiefe Regeneration & Stressabbau
Pure Entspannung, tiefe Regeneration & Stressabbau


Der Brückenschlag: Wo jahrtausendealtes Pranayama auf moderne Neurowissenschaft trifft


Hinter Soma - Inspirerter Breathwork steckt eine faszinierende Synergie: Es nimmt die kraftvollsten Techniken der alten indischen Rishis (Yogis) und befreit sie von ihrer rein mystischen Hülle, um sie durch die Linse der modernen westlichen Medizin zu betrachten.


Das jahrtausendealte Pranayama-Wissen


Im klassischen Yoga bedeutet Pranayama die Regulierung (ayama) der Lebensenergie (prana) durch den Atem. Die alten Meister wussten rein intuitiv und durch jahrzehntelange Selbsterfahrung, dass bestimmte Atemmuster den Geist völlig stillstehen lassen und tiefe meditative Zustände auslösen können.


Soma - Inspirierte Breathwork nutzt genau diese jahrtausendealten Techniken – allen voran das rhythmische, kontinuierliche Atmen und das gezielte Anhalten des Atems (Kumbhaka). Doch statt diese Übungen wie früher stundenlang in Askese im Himalaya zu praktizieren, wurden sie für den modernen, oft gestressten Menschen angepasst.


Die neuesten Erkenntnisse der modernen Neurowissenschaft


Die westliche Wissenschaft kann heute im Gehirn-Scan exakt nachweisen, warum die alten Yogis diese tiefen Zustände erlebt haben.

Soma - Inpirierte Breathwork nutzt hierbei vor allem zwei neurobiologische Mechanismen:


  • Brainwave Entrainment (Gehirnwellen - Synchronisation): 

    Neurowissenschaftler wissen, dass sich unsere Gehirnwellen an äußere Reize anpassen können. Soma - Inspirierte Breathwork nutzt spezielle Musik mit eingebetteten, therapeutischen Frequenzen. Wenn wir exakt im Rhythmus dieser Musik atmen, verlangsamen sich unsere Gehirnwellen. Wir wechseln vom stressigen Alltagsmodus (Beta-Wellen) in den Zustand tiefer Meditation und innerer Ruhe (Alpha- und Theta-Wellen).

  • Herunterregulieren des Ego-Zentrums (DMN): 

    Die Neurowissenschaft hat das sogenannte Default Mode Network (DMN) im Gehirn identifiziert – das Netzwerk, das für unser Grübeln, unsere Sorgen und unser Ego zuständig ist. Durch den rhythmischen Atem und die darauffolgenden Atempausen wird die Aktivität im DMN nachweislich heruntergefahren. Das ist der Moment, in dem der innere Kritiker verstummt, die Masken fallen und wir diese tiefe, magische Verbundenheit spüren.



Gehirnwellen verlangsamen sich
Gehirnwellen verlangsamen sich


Wenn die Tür zum Unterbewusstsein aufgeht: Die Psychologie des Atems


Tritt dieses Kontrollzentrum (das DMN) zurück, passiert etwas Wundervolles:

Die Tür zu deinem Unterbewusstsein öffnet sich.


In diesem Zustand können Bilder aufsteigen, verdrängte Emotionen spürbar werden oder alte energetische Blockaden abfließen. Manchmal fließen Tränen, manchmal spürt man eine tiefe Euphorie oder plötzlich Klarheit für ein Problem, das einen seit Wochen beschäftigt.


Das Atmen bringt oft genau das an die Oberfläche, was gerade gesehen, gefühlt und integriert werden möchte.


Warum der „Safe Space“ an erster Stelle steht: 


Weil diese Prozesse intensiv sein können, ist die Rolle des Facilitators entscheidend. Ein sicherer Raum bedeutet bei mir, dass kein Druck und kein Müssen herrschen. Alles, was sich zeigt, darf absolut da sein. Ich bin da, um dich zu erden, die emotionale Welle aufzufangen und dir die Gewissheit zu geben, dass du zu jedem Zeitpunkt geschützt bist. Jede Session beinhaltet eine Phase der Integration, des sanften Zurückkommens (die „Landung“) und des Nachspürens.



Digitaler Detox
Ich halte dir gerne den Raum.


Fazit: Vom Maskenball zur authentischen Begegnung


Breathwork ist weit mehr als ein Wellness-Trend. Es ist ein zutiefst transformierendes Werkzeug. Wenn wir gemeinsam in einem Raum atmen, uns den Sauerstoff und den Lebensrhythmus teilen, fallen alle Masken des Alltags.

Wir begegnen uns ungeschminkt, echt und von Herz zu Herz – ganz im Sinne des yogischen Namasté: Das Licht in mir erkennt das Licht in dir.


Möchtest du die Magie deines Atems selbst erleben? Ich lade dich herzlich ein, mit mir zu praktizieren:


  • Auf meinen Retreats: 

    Ich habe bereits in meinen letzten Retreats Breathwork-Schnuppersessions fest in meine Retreat-Programm integriert. In diesem Jahr finden noch zwei Retreats statt – die perfekte Gelegenheit, um in wunderschöner Umgebung tief einzutauchen.

    👉 [Hier geht's zum Transformativen Yoga Herbst Retreat im Oktober in Amerang im Chiemgau!]

    👉[Hier geht's zum Yoga und Art Retreat im November in Andalusien mit Claudia und mir!]

  • Für alle Münchner im „YogaBee“: 

    Einmal im Monat, immer freitags, gebe ich im YogaBee direkt nach meiner Yin Yoga Stunde eine Breathwork-Schnuppersession. Erst den Körper tief dehnen und entspannen, dann durch den Atem die Masken fallen lassen und die innere Verbundenheit spüren. Komm einfach vorbei, ich freue mich riesig auf dich!

    👉 [Hier findest du den aktuellen Kursplan und die Anmeldung fürs YogaBee!]


Ich lade dich ein, deinen Atem neu kennenzulernen und einfach tief durchzuatmen.

Atme tief ein. Und lass alles los, was dir nicht mehr dient.


Von Herz zu Herz,


Deine Damaris






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